PM: Befragungsergebnisse

Ergebnisse der größten Mitarbeiterbefragung an einer deutschen Universität zeigen schwierige Situation des Mittelbaus

Die Mittelbauinitiative der Technischen Universität Dresden hat am Freitag die Ergebnisse der von ihr durchgeführten Mitarbeiterbefragung präsentiert. An der Befragung haben mehr als 1300 Beschäftigte teilgenommen. Damit ist sie die größte Befragung an einer deutschen Universität. „Die Auswertung der Befragung zeigt einmal mehr die zwei dringendsten Probleme deutscher Universitäten im Allgemeinen und sächsischer im Besonderen: Erstens deren chronische Unterfinanzierung und zweitens, dass der an der Universität beschäftigte Mitarbeiterstab in der übergroßen Mehrheit nur befristet angestellt ist, selbst wenn er Daueraufgaben der Universität erfüllt.“ so Mathias Kuhnt, Pressesprecher der Initiative.


Von den Mitarbeitern, die an der Befragung teilgenommen haben, sind 92 % befristet angestellt. Laut den statistischen Daten der TU Dresden sind es 89 %. Die Umfrage zeigt jedoch, dass es sich bei den unbefristeten Stellen hauptsächlich um Altverträge handelt. Hinzu kommt, dass 22 % der Stellen auf weniger als ein Jahr befristet sind. „Dies macht eine kontinuierliche Arbeit und Wissensakkumulation, wie sie für eine exzellente Universität notwendig ist, unmöglich und wirkt demotivierend auf die Mitarbeiter“, so Kuhnt. „Wir haben hunderte, sehr ausführliche und persönliche Kommentare der Mitarbeiter bekommen, die wir in der nächsten Zeit genau auswerten werden. Es zeigt sich bereits, dass das Thema Befristung immer wieder als zentrales Problem genannt wird.“
Andererseits zeigt sich, dass die Grundfinanzierung der TU Dresden durch das Land Sachsen bei weitem nicht ausreicht, um die Grundaufgaben der Universität abzudecken. Um diese Lücke zu füllen, müssen Mittel verwendet werden, die von dritter Seite ausschließlich für Forschungsprojekte zur Verfügung gestellt werden. Etwa zwei Drittel der wissenschaftlichen Mitarbeiter der Universität werden über solche Mittel finanziert. Von diesen geben 57 % an, aufgefordert worden zu sein, Lehrveranstaltungen zu übernehmen. Ähnlich ist es z. B. bei Promotions- und Habilitationssstipendiaten, von denen 48 % aufgefordert wurden, Lehrveranstaltungen durchzuführen. Es zeigt sich, dass dies auf Kosten der Forschung geht.

Trotz dieser Probleme erreicht die TU Dresden bei Ihren Mitarbeitern noch gute Zufriedenheitswerte. So geben 75 % an, „zufrieden“ oder „eher zufrieden“ zu sein. Diese Werte sinken jedoch, wenn man sich besonders problematische Arbeitsverhältnisse wie WHK-Verträge oder Lehrbeauftragte anschaut. Insgesamt zeigen die Kommentare hier ein differenzierteres Bild. So geben sehr viele Mitarbeiter an, ihre Arbeit zu mögen, aber die ständige Unsicherheit als sehr belastend zu empfinden.

Alles in allem zeigt sich erneut, dass Staatsregierung und Hochschulleitungen dringend zusammen an besseren Arbeitsbedingungen an den Universitäten sorgen müssen.

Folien der Präsentation (pdf):

Titelfolie Präsentation

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